ULM - Rumänien 17.09.2015

 

1286km. Das ist die Strecke von Ulm, Deutschland nach Ulm, Rumänien. Mein Neugier und ein Google Maps Search haben gereicht um zu entdecken, dass es 70km von meiner Heimatstadt (Brad) entfernt, ein Dorf gibt, das denselben Namen trägt wie die Stadt, in der ich seit 8 Jahren wohne - ULM. Es gibt in Rumänien ein vielfalt von Orte deren Namen aus Variationen des Wortes ULM bestehen (Ulmi, Ulmeni), aber in Rumänien ist ULM einzigartig. Die Entdeckung hat mich dazu geführt, bei der nächsten Gelegenheit, den rumänischen ULM zu besuchen.

Der Weg zum Burg Hunedoara war mir bekannt, aber die letzten 15km fuhrten mich durch ein komplet unbekanntes Gebiet. Nach dem Burg fuhr ich weiterhin durch Bos und Gros und erreichte das Schild das zeigte: ULM 2,3km. Die Strasse bis zu diesem Punkt war ordentlich. Die letzten 2,3km musste ich auf einem Forstweg fahren. Ein Bus fährt diese Strecke nicht. Trotz meine Ängste, konnten diesen letzten km problemlos beweltigt werden.

 

 

Man könne sich vorstellen ich konnte mich nicht unbemerkt durch das Dorf einschleichen. Es dauerte nicht lange und ich war schon mit den Einwohner im Gespräch. Und so erfuhr ich von einer Frau die gerade Wasser aus dem Brunnen holte, dass es in Ulm nur noch 13 Famillien gibt. Vor 1990 war in dem Gegend, nicht weitweg von hier, ein wichtiges Industriegebiet (Stahlwerk Hunedoara) und die Einwohner hatten ein zufriedenes Leben. Anfang der 90er Jahren wurde der Stahlwerk in Hunedoara kontinuierlich abgebaut und sehr viele Menschen haben ihre Arbeitsplätze verloren. Die Ulmer wurden auch betroffen und viele haben nach ein besseres Leben in die Stadt gesucht. Derzeit beschäftigen sich die Menschen in Ulm mit der Landwirtschaft und Tierhaltung.

Wenn die Häuser, Wege, Zäune, Steine nur sprechen könnten...!!!Wieviele Geschichte wurden sie erzählen..!!?

Auf einem kleinen Weg traf ich Herr Traian. Er ist 94 und hat den Krieg überlebt. Er ist aus Tschechoslowakei zum Fuss zurück gekehrt. Züge gab es damalls auch aber "damit haben die Russen die Kriegsbeute aus Deutschland transportiert". Er kann jetzt ohne Gehhilfe kaum noch laufen.

Herr Traians Sohn lies sich blicken. Er ist 73 und hat auch viel erlebt. Er erzählte mir wie die Baustoffe für die Häuser gebracht wurden: keine Strasse, kein richtiges transport Mittel. Nur die Pferdekutsche. Außer drei Häuser hat er den Bau aller anderen miterlebt. Jetzt plagt ihn eine Herzschwäche und seit kurzem wird sein übliches Medikament nicht mehr hergestellt. Er muss seinen Arzt in Hunedoara besuchen um ein anderes zu bekommen. 

Das Leben geht weiter für die Ulmer. Aber die Fragen lassen sich nicht vermeiden: wieviele Famillien werden in einem Jahr noch da sein? Wird Ulm die Zeiten überleben?